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Deutliche Kritik am Industriegebiet Amelsbüren: Mittwoch Spatenstich

Veröffentlicht am 20. Januar 2010

„Wer sich einen Vorgeschmack auf das Industriegebiet in Amelsbüren verschaffen möchte, fahre einmal mit offenen Augen durch das Münsterland. Hier finden sich zahlreiche Industriegebiete mit sofort zur Verfügung stehenden Flächen - baureif, billig und nicht nachgefragt", so die Ratsmitglieder der Grünen, Hery Klas und Carsten Peters. Beide erneuerten angesichts des Spatenstichs für das Baugebiet Amelsbüren ihre Kritik. „Das Konzept des Industriegebietes in Amelsbüren haben wir aus grundsätzlichen wirtschaftspolitischen und ökologischen Gründen abgelehnt", so Klas und Peters.

„Der belegbare Nachfragenachweis fehlt! Um mit Gewerbeflächen des Umlands um ansiedlungs- und verlagerungswillige Unternehmen zu konkurrieren, ist der Quadratmeterpreis (mindestens 50 Euro pro qm) schlicht zu hoch. Die Gewerbeflächenpreise im Umland liegen teilweise erheblich darunter. Aufwand und Ertrag stehen hier in keinem vernünftigen Verhältnis."

Nach Auskunft der grünen Fachpolitiker hätten in vielen Gesprächen alle befragten Industrieunternehmer Münsters unmissverständlich klargemacht, dass Grundstückpreise jenseits eines Korridors von 20 bis 25 € für sie völlig uninteressant seien.
Für Erwerb und Herrichtung der Amelsbürener Flächen seien erhebliche Summen aus dem städtischen Haushalt geflossen. Weitere Millionenbeträge werden nach dem Willen der Befürworter noch fließen, um eine Industriefläche an den Markt zu bringen, deren Nachfrage ungewiss ist. Es mag einzelne Interessierte geben - die grundsätzliche Kritik bleibt bestehen. Die einstmals 5.000 angekündigten Arbeitsplätze werden sicherlich nicht realisiert werden.

Dass alle umweltpolitischen Bedenken - das geplante Gewerbegebiet liegt in einer wichtigen Frischluftschneise für Münster - mit dem Argument angeblich zu erwartender neuer Arbeitsplätze gekontert wurde, erinnert Fraktionssprecher Klas an alte ungute Zeiten. „Dieselben Seilschaften wollten seinerzeit mit haarscharf denselben Argumenten die Rieselfelder zu einem Industriegebiet betonieren. Arbeitsplätze oder Umweltschutz hieß die damals wie heute blödsinnige Alternative! Die Bürger wussten den Unfug vor 20 Jahren zu verhindern."
Deutlich kritisieren die Grünen auch die Planung des Autobahnanschlusses. „Dieser soll allein zugunsten des Industriegebietes erstellt werden. widersprochen werden. Ohne Gewerbegebiet kein BAB- Anschluss!" stellt Peters fest.

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