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Grüne zum Kraftwerk in Hamm: Kohlestrom belastet Strompreise und gefährdet Arbeitsplätze bei den Stadtwerken!

Veröffentlicht am 09. Februar 2010

„Das Gegenteil der erhofften Wirkungen wird eintreten, wenn die Stadtwerke an ihrem Engagement in Hamm festhalten", befürchtet Wilhelm Breitenbach, der die Grünen im Aufsichtsrat der Stadtwerke vertritt, zu den Diskussionen um die Beteiligung am RWE-Steinkohlekraftwerk in Hamm. Gewinne, die Arbeitsplätze sichern und stabile Strompreise in Münster garantieren sollen, werden bekanntlich von den Befürwortern der Kohleverstromung in die Waagschale geworfen. „Sehr unwahrscheinlich, dass dieses Engagement dauerhaft Gewinne abwirft", meint dagegen Gerhard Joksch, Ratsherr der GAL und ebenfalls Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtwerke. Sein Argument gegen Gewinnerwartungen: Wenn ab 2012 die CO2-Zertifikate innerhalb der EU nicht mehr verschenkt sondern versteigert werden, kommen auf die europäischen Kohlestromproduzenten saftige Mehrkosten zu. Statt Gewinnen aus der Kohleverstromung drohen dann Verluste.

Für den Anteil der  Stadtwerke Münster am RWE-Kraftwerk in Hamm machen die Grünen eine bedrohliche Rechnung auf:

  • Der 20 Megawatt-Anteil der Stadtwerke am Kohlekraftwerk „produziert" jährlich rd. 112.000 Tonnen CO2. Die dafür ab 2012 notwendigen CO2-Zertifikate  müssen, wie die Stromwirtschaft selbst kalkuliert, zu einem Preis von 25,- € je Tonne CO2  ersteigert werden,
  • die Beteiligung der Stadtwerke wird dadurch ab 2012 mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 2,8 Mio. € belastet und
  • der bislang geschätzte Erlös von jährlich 1,5 - 2,0 Mio. € wird sich in einen Verlust von 0,8 bis 1,3 Mio. € verwandeln.

Dass diese für die Kohlebeteiligung verheerende Kalkulation sich bewahrheitet, steht für die Grünen außer Zweifel: „Die Versteigerung der CO2-Zertifikate ist von der EU bereits beschlossen worden, wer da noch auf Kohlestrom setzt, der geht ein sehr großes Risiko ein". Zu groß, wie Joksch meint: „Sichere Arbeitsplätze und stabile Strompreise erreichen die Stadtwerke Münster nicht mit Steinkohle, sondern nur mit mehr eigener Stromproduktion durch Kraftwärmekoppelung und mit mehr Erneuerbaren Energien".

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