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MÜNSTER Sie trug am Samstag nicht nur einen grünen Schal, sondern auch einen roten Pullover. Ob sich die Kleidung von Claudia Roth auch auf die politische Farbenlehre übertragen lässt? Mögliche Koalitionen standen im Mittelpunkt des Interesses beim Wahlkampfabschluss von Bündnis 90/ Die Grünen.
Frisch bezogen ist das Ikea-Sofa, strahlt statt in Blumenmustern nun in sattem Lindgrün. Ob das nach der Landtagswahl noch so sein wird, darf man bezweifeln. Denn das Möbel aus der grünen Geschäftsstelle wird bis zum 9. Mai von einem Außentermin zum nächsten geschleppt: Auf dem Sofa spielt sich ein großer Teil des Wahlkampfs der münsterschen Grünen ab.
Man wolle nach einem Sieg am 30. August mehr Entscheidungen in Münster durch den Bürger treffen lassen, erklärten Spitzenvertreter der Grünen am Freitag. Das Instrument dazu steht in der Gemeindeordnung.
Kurz vor der Europawahl hat jetzt der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, in Münster eine Jamaika-Koalition für den Bundestag kategorisch abgelehnt.
Über vier Stunden diskutierten die Grünen kontrovers ihr Kommunalwahlprogramm: Über besetzte Häuser, Kulturzentren und zuletzt die Umbenennung von Straßen in Münster stritt man. Dabei mussten prominente Politiker der Grünen einige Schlappen einstecken.
Jetzt ist es raus, und die monatelange Diskussion über den Oberbürgermeisterkandidaten von Rot-Grün ist vorbei. Das Ergebnis war vorhersehbar, und es ist ein Gutes. Umso schlimmer, dass es so lange gedauert hat.